Pfingstjugendlager 2010

(Birgit Bisinger)

Purer Ballonspaß bei schönstem Wetter

Was haben wir wegen des Wetters gezittert und wenn man sich im nach hinein das Wettergeschehen ansieht, dann hatten wir unverschämtes Glück genau zum Pfingstwochenende einen trocken Zeltplatz, erstklassiges Ballonwetter, und Freibadtemperaturen genießen zu können! Jedenfalls lachte am Samstag den 22.5.10 morgens um halb neun an der Ballonhalle der Ballonsportgruppe Stuttgart in Bad Cannstatt (Stuttgart) die Sonne auf 44 Teilnehmer vom diesjährigen Pfingstjugendlager des BWLV hernieder, mit dem Versprechen auf Ballonertage pur.

8 Fahrzeuge setzen sich in Bewegung um nach zwei Stunden in der Sandgrube in Unterwilflingen im Nördlinger Ries, wie letztes Jahr, das Lager einzurichten. Die Handgriffe sitzen inzwischen meisterlich bei den Kindern und Jugendlichen, sodass in kürzester Zeit das gesamte Equipment an Ort und Stelle aufgebaut und eingerichtet war, sowie in Betrieb genommen werden konnte. Aufgrund der stabilen Wetterlage zeichnete sich ab, dass bereits am Abend nach dem Vesper die erste Ballonfahrt in Angriff genommen werden konnte. Und obwohl die Lagerleitung darauf hinwies, dass auch am nächsten morgen um 5 Uhr wieder gestartet wird, um vor der Thermik Ballon zufahren, konnte dies keinen der Telnehmer davon abhalten abends auch schon dabei zu sein. Aus der ursprünglich geplanten kleinen Abendaktion wurde damit eine ganz normale Jugendlagerfahrt mit zwei Ballonen und zwei Verfolgerkonvois!

Vorher musste aber noch eine Abordnung von „Holzhackern und Waldarbeitern“ mit dem örtlichen Förster, Herrn. Lemmermaier in ein abgelegenes Waldstück, um Brennholz für das abendliche Lagerfeuer zu organisieren.

Nachdem Sven dann die Crews mit Nudeln und Hackfleischsoße für die erste Ballonfahrt fit gemacht hatte, starteten wir mit unseren zwei Ballonen, dem Jugendballon des DSFV und einem Vereinsballon der Ballonsportgruppe Stuttgart in den frühabendlichen Himmel. Die Fahrt ging gemächlich Richtung Süden, westlich am historischen Stadtkern von Nördlingen vorbei und endete in der Dämmerung auf einer abgemähten Wiese. Wobei beide Ballone nur wenige Meter voneinander zusammengepackt werden konnten. Überhaupt das Landegelände im Nördlinger Ries ist nicht sehr üppig gesät wie sich in den folgenden Tagen herausstellen sollte. Es gibt sehr viel landwirtschaftliche Fläche, aber nur wenig davon sind geeignete Landewiesen. Die waren dann wenigstens immer frisch gemäht, so dass die Heuschnupfler voll auf ihre Kosten kamen.

Nachdem der erste Tag am Lagerfeuer gutgelaunt mit Gitarre und Gesang ausklang, war am nächsten Morgen doch ein bisschen zäh in die Gänge zu kommen, obwohl Kaffe und Frühstück schnell parat standen. Aber das ist meistens so, bis sich jeder eingenordet und seine sieben Sachen beieinander hat. Am zweiten Morgen geht das dann schon flotter.

Alle packten an bei dieser ersten Morgenfahrt und so konnten wir um 6:30 in die aufgehende Sonne starten um in Richtung Süden westlich an Nördlingen vorbei bis nach Neresheim zu kommen.
Ein zünftiges Landevesper folgte, bevor wir uns um die Mittagszeit wieder auf die Rückfahrt ins Zeltlager machten. Vorher machte eine Crew einen Abstecher nach Aalen um bei Martin Hofer für die weiteren geplanten Ballonfahrten Gas zu tanken. Der Nachmittag war mit Wasser- und Getränkeholen, Chillen sowie Spielen und Spülen belegt. Abends rüsteten wir zur nächsten Ballonfahrt.
Wieder lies es sich keiner nehmen dabei zu sein und so packten alle an beim Ausladen, Ausrollen, Anseilen, Festhalten und Aufstellen des Ballons. Die Piloten freuten sich über soviel sichere Handgriffe der eingespielten Teams. Wir waren auf Richtung Süden abonniert und so ging es wieder an Nördlingen vorbei diesmal in flotterem Tempo sodass die Verfolger richtig dranbleiben mussten um den Ballonen folgen zu können.

Der nächste Morgen, an dem wir diesmal schon um 6 Uhr starteten, brachte eine Richtungsänderung. Der Wind kam aus Westen so dass die Ballone in flottem Tempo Richtung Altmühltal davon fuhren. Bei Solnhofen im Altmühltal nahe dem beschaulichen Flüsschen suchten beide Ballone dann einen geeigneten Landeplatz. Die Eigenwilligkeit des Windes führte dazu, dass der eine flussabwärts, der andere flussaufwärts, aus einem Quertal an der Altmühl einfuhren und die Crews sich erst nach dem Verpacken zum Landefest zusammentelefonieren mussten. Das nutzen wir dann auch auf einer großen Wiese genüsslich aus. Nach einer längeren Rückfahrt zum Lagerplatz wurde zunächst der Besuch ins Freibad vorbereitet, damit unsere Eltern uns am nächsten Tag wieder sauber in Empfang nehmen können. Anschließend hieß es Grillen und Hitparade vorbereiten, vorher war aber noch eine Holzholaktion angesagt. Der Abend endete nach der Taufe der Erstgefahrenen offiziell mit der Siegerehre der besten Gesangseinlagen die wieder in Gruppen oder als Solokünstler vorgetragen wurden. Die Jury machte den Event für alle zu einem unvergessenen Spaß, bei dem jeder Interpret zur großen Freude der Zuhörer seine „gerechte Beurteilung“ erhielt. Unsere hartgesottenste Jugend nächtigte den Rest der Nacht draußen am Lagerfeuer statt bequem in den Zelten zu schlafen.

Am nächsten Morgen heiß es dann wieder alles zusammenpacken und in Hänger und Fahrzeuge verstauen. Nachdem wir uns noch bei Familie Gröger die uns außerhalb der Öffnungszeiten und über die Feiertage mit Getränken versorgt hatte und Frau Kemmner bei der wir Wasser holen und den Kühlschrank benutzen konnten verabschiedet hatten, ging es nach einem Abstecher auf den Recyclinghof in Unterschneidheim (der Müll muss ja auch irgendwo hin) wieder zurück nach Stuttgart. Dank des herrlichen Wetters der letzten 4Tage konnte alles trocken wieder aufgeräumt werden. Abschließend gab es für alle Pizza an der Ballonhalle wobei doch tatsächlich zum Schluss noch ein paar Tropfen aus den Wolken fielen.

Wir bedanken uns bei Gesine Francke und Sven Aeckerle für die Durchführung des Lagers. Für ihre Unterstützung bei der Organisation und dem Genehmigungsprozedere möchten wir uns auch bei der Gemeinde Unterschneidheim, bei Herrn und Frau Joas, Ortsvorsteher Unterwilflingen, und Frau Schlatter vom RP Stuttgart bedanken.